Das Herz (Lyrik)


Land von Feuer, Eis

 

Schwarze Felsen decken meine Grübchen zu

Und die ausgebrannten Stätten sind im Nu

Zu den Füssen weiter Felder dargebracht

Und in der Nacht

Und in der Nacht

Fällt der weisse Schnee mit meiner Temp'ratur

Auf die rote Erde meiner Trollstatur,

 

Es verbleibt im Gegensatz zu Himmeln klar:

Meiner Kanten Zauber ist stets unsichtbar,

Schwarze Felsen stemmen zwar mit aller Macht,

Doch in der Nacht,

Doch in der Nacht

Lecken Gletscherzungen mit enthemmter Lust

Jede Farbe von der satten Mutterbrust,

 

Aus den Löchern steigt allein der Aasgestank,

Wenn ich an Gestaden des Gevatters wank

Hand in Hand mit einer schlimmen Winternacht,

Die nicht enfacht,

Die nicht entfacht,

Hier steht mir die Erde zu, doch dieser Tod

Ist der, der in einem Hunger mich verloht...

 

Harte Schale, heisses Feuer,

Ich bin ein Land mitsamt Geschichte,

Der Meeresspiegel macht zunichte

Harte Schale, heisses Feuer,

Nur ein Mal wär wert und teuer...

Kennst du mein Land und die Geschichte?

 

Meine Münder sind zwar offen, doch vereist,

Und was aus den Löchern gurgelt, keiner weiss,

Wenn ich nach Gott, Heimat und dem König schmacht

Und nach der Nacht

Und nach der Nacht

Seine Sonne meinen Inselstaat berührt

Und auf einen langen Tagesmarsch entführt,

 

Aus gemachten Betten schallt der Donnerhall

In der Aufbruchsstimmung namens Wasserfall,

Der aus allen Wolken fällt und abwärtskracht

Und so erwacht

Und so erwacht,

Nun, das habe ich schon dutzendfach gemacht,

Nur bringt das Meer immer neu die kalte Fracht,

 

Aus der Tiefe will ich heisser explodier'n,

Kann sich jemals mehr als nur ein Wort verlier'n?

Aus den Laken habe ich mich aufgemacht,

Welch eine Schlacht!

Welch eine Schlacht!

Eine Spur im Schnee ist alsbald umgebracht

Und nur Blut am kahlen Stein bezeugt die Wacht...

 

Harte Schale, heisses Feuer,

Ich bin ein Land mitsamt Geschichte,

Harte Schale, heisses Feuer,

Es ist selten mir geheuer,

Doch ein Mal wär wert und teuer...

Kennst du mein Land und die Geschichte?

Tiere (Wolfsspross und Grottenwolf)

 

Wolfsspross:

Die Fackel in der Hand

Ist gesenkt und fast verloschen,

Vom Feuer ausgebrannt

Fiel dem Kopf an Zahl der Groschen,

Ich wage mich voran

In die immer dunklen Grotten,

Wo einst der Wolf begann,

Meine Wurzeln auszurotten,

 

Aus durchwegs finst'rem Blick

Nimmt mein Ingrimm dich gefangen,

Ein Messer tut den Trick

Und ich schneid dir von den Wangen

Nur eine Locke, doch

Willst du wieder mir berichten,

Ein Trieb sei doch kein Joch,

Werd ich dennoch dich vernichten.

 

Grottenwolf:

Im Grottenflur nur Wurzeln tagen,

Die ich hungrig musste nagen,

Du liessest dir die Götzen munden

Und hieltest mich mit Nonsens unten,

 

Selbst Raubtiermaul soll sich verschliessen,

Nicht fallen soll, sondern spriessen

Der Einklang der gelebten Kreise,

Der niemals geht auf meine Weise.

 

Wolfsspross:

Nun sei schon hochgejagt

In den Lichtguss reicher Kronen,

Du giertest ungefragt,

Sollst nun aber bei mir wohnen

Bewusster und dressiert,

Du sollst nimmer um dich schlagen,

Wenn wieder adressiert

Mein Verstand die off'nen Fragen,

 

Ich jage durch den Wald

Meinen Schatten und mein Schatten

Jagt mich durch diesen Wald,

Wir die Schatten überschatten

Und jagen durch den Wald,

Unterwerfen meinen Schatten

Und kehr ich heim schon bald,

Ruhst du draussen auf den Matten...

 

Grottenwolf:

Oh junger Mann, erlaub den Atem

Einmal dem verstaubten alten

Bodenlos heissen Raubtierhunger,

Der lange hat im Grund gelungert,

 

Oh fürchte nicht den leeren Magen,

Der will Nährwert hinterfragen

Für eines Raubtiers Hungertriebe,

Mich dürstet's nur nach Nächstenliebe!

 

Wolfsspross:

Der Lauf die Triebe frisst,

Lässt mich abends besser ruhen,

Du rasch entwaffnet bist

Und gehst nicht in meinen Schuhen,

Wer letztlich stehen bleibt

Nach zu langer Wanderreise,

Geht nicht mehr mit der Zeit,

Ist unsterblich rechterweise,

 

Was bringt ein Königreich,

Liebe oder blosses Leben?

Für wen ich es erreich,

Muss sich meinem Krieg ergeben.

Erhängen tu ich mich

Nächtlich stets in schlimmen Träumen

Zu ungeheuerlich,

Sie der Morgen weiss zu zäumen.

 

Grottenwolf:

Im Bettchen willst du lieber flennen,

Anstatt selber heiss zu brennen?!

Doch Sommer folgen bloss dem Herzen,

Das wunde Füsse kann verschmerzen!!

 

So laufe los in schweren Schuhen,

Weiter stets, wenn Herzen ruhen,

Wo Gnade und Gerechtigkeiten

Sich allen Vieren unterbreiten!!

 

Wolfsspross:

Ich wecke stets dich Tier

Mit der Fackel nicht verloschen

Und du dankst es also mir

Mit zig Phrasen abgedroschen?

Ist es denn nicht genug,

Dass ich muss dein Loch erhellen?

Ist es denn nicht genug,

Dass die Träume schlagen Wellen?!

 

So jag ich durch den Wald

Meinen Schatten und mein Schatten

Jagt mich durch diesen Wald,

Wir die Laufbahn so bestatten,

Ich jage durch den Wald

Und begegne den Debatten

Kaum wieder allzu bald,

Wenn der Antrieb muss ermatten.


Die Nymphe und der Faun

 

Durchs Unterholz, da tanzt ein Faun,

Durch Buchenwälder, Morgengrau'n

Und über hellauf blüh'nde Matten,

Die Auen kennen keinen Zaun

Und ihre Tiere nicht Debatten:

 

Die Vögel zwitschern jauchzend froh

Vom frühlingshaften Status Quo

Und er bespielt die Zungentrommel

In Dämmerstunden lichterloh

Zum Lied der Herren Zwergendommel

 

Und Ziegenböcke geben Gas

Vom Steilgefälle, Mund voll Gras,

Derweil die Wölfe übergeben

Die Stimmeinsätze an die Stars,

Die in den Wipfeln aufwärts streben,

 

So singt er laut, der Mäusechor,

Und jeder Ton, der geht ins Ohr

Vom stets im Tale tanzend Faune,

Der unten immer schon beschwor

Musik und Lust und gute Laune

 

Und sich durch Blumenwiesen schwingt

Und durch die Wälder tanzt und singt,

Um ew'gen Frühling hochzuloben,

Der Himmel ist ihm gleichgesinnt

Und trägt kobalt'ne Garderoben,

 

Welch hübscher Waldgeist, halber Bock!

Er nach 'ner Weile niederhockt

Im tiefen Tann beim Weiherriede,

Dort er mit seiner Trommel lockt

Aus jedem Stock und Stein ein Liede,

 

Das Modderbraun von Kröten feist

Sofort miteinzustimmen weiss,

Sie singen von der wahren Minne

Und suchen nach den Weibchen meist,

Die alsbald folgen dem Gesinge,

 

Sie suchen sich den einen Mann,

Der selbst im Dreck bestehen kann,

Um ihm Gelüste zu belohnen,

So ringt ein Mann im süssen Schlamm

Mit Brüdern, ohne sie zu schonen,

 

Ein wilder Kampf ist rasch entbrannt

Im Sündenpfuhl und Modderland,

Als plötzlich zarte Laute klingen,

Dem Faune wie von Zauberhand

In die entzückten Ohren dringen,

 

Er assistiert mit seinem Spiel

Und ihm sodann ein Blick zufiel

Aus reichen Augen wie ein Garten

Erfüllt mit Beeren, Domizil

Der schönsten Frau in diesen G'raden,

 

Sie steigt, die Nymphe, aus dem Ried,

Ins Dreckloch, das der Faune mied,

Und singt die Strophen schwerster Note,

Das Haar ist rostrot, Haut Gebiet

Für keine Kleider und Gebote

 

Und wo sie steht, wird Wasser klar

Und jeder Krötentraume wahr,

Die Weibchen wünschen abzulaichen

Die Fluten ihrer Kinderschar

In diesen nunmehr klaren Teichen.

 

«Ich lieb sie sehr, die deine Kunst»,

Die Nymphe sagt umgarnt von Dunst

Und zwischen abgelaichten Augen

Und vor dem Faune, Feuersbrunst!

Sie könnt ihm glatt als Muse taugen!

 

Vom Herz beschwingend' Jungfernbild

Flugs inspiriert erlodert's wild

Und haltlos unterm Männerbusen,

Der zügig fest und fester schwillt

Und praller wird als Pampelmusen.

 

«Du gibst mir manchen Einfall her

Und musizieren wird nicht schwer,

Nun da ich dich gesehen habe,

Dein Anblick meinem Spiel gebär

Ein Glanzstück wie als Göttergabe!»

 

Die Nymphe köstlich amüsiert

Steigt aus dem Wasser ungeniert,

Um sich den Trommler vorzuknöpfen,

Der durch die Frau ambitioniert

Weiss: Hiervon kann er lange schöpfen!

 

Sie schnappt sich schleunigst seinen Arm

Und unterm Bäuchlein schwirrt ein Schwarm

Von abertausend Schmetterlingen,

Sie lachen ob des ander'n Charme

Und fangen an, Duett zu singen,

 

Sie tanzen aus dem Niederwald

Zum grünen Grund, wo allzu bald

Das Tale kunterbunt erblühe

Mit Berberitze und Gestalt

Von Nelken auf dem Feld der Kühe

 

Und alles wird vom Trommelspiel,

Das umgestellt im grossen Stil,

In warme Farben eingekleidet,

Ein neuer Abschnitt ist das Ziel

Und so der Frühling Sommer scheidet,

 

Musik und Sang klingt bis zur Fluh,

Die Menschen oben hören zu

Den allumwallend' Trommelklängen,

Die mit dem Glockenspiel im Nu

Behandeln heisse Aufgesänge

 

Und ist das Paar im Mattengrün

Vereint ein Bild, die Welt könnt's fühl'n,

Doch wär's zu gross, um es zu rahmen,

Sie küssen wild, sie küssen kühn

Und liegen sich in ihren Armen,

 

Es ist ein Fest von Emotion',

Die übers Auenlande loh'n,

Hoch leben soll'n die Liebestollen

Mit ihrer Machtdemonstration

Erpichter Sommerblumenknollen!

 

Und diese Richtung ist Garant

Für Glück, dem Faune wohlbekannt,

Denn aus den Wipfeln kam gestochen

Ein Falke und er flog voran,

Das liess in ihm den Glauben pochen

 

An eine Zukunft mit der Frau,

Mit der er im verlass'nen Bau

Die tiefste Sehnsucht stillen möchte,

Sie sind durchnässt von Morgentau

Und unterm Busen längst schon kochte

 

Zu Farben schäum'nde Fleischeslust,

Sie lecken, beissen sich die Brust,

Die Ohrenläppchen und die Lippen,

Von altem Feuer schwarz verrusst

Und um den süssen Trunk zu nippen,

 

Und siehe da, die Manneskraft!

Doch plötzlich sieht er, dass da klafft

Der Mund der Nymphe vor Entsetzen,

Sie mustert ihn, den Ziegenschaft,

Und muss sich vor Entsetzen setzen,

 

Er stockt noch kurz, der halbe Bock,

Und sich zur Nymphe niederhockt,

Verbittert, weil es ist zerborsten

Der Zauber schon am ersten Schock,

Unmöglich, ihn neu aufzuforsten...

 

«Ich dacht, du hast ein Menschenglied,

Dein Penis wär humanoid,

Wie soll das bitte funktionieren?»,

Sagt sie, was ihm im Herzen zieht,

«Wir sind ja hier nicht unter Tieren!

 

Bei aller Liebe, ich will Spass,

Wo bitte bleibt dein Augenmass?»

Die ew'ge Jugend sie beteuert,

Er finde schon die Frau, die passt,

Wodurch sie Ängste nur befeuert,

 

Die Angst, die lodert, stellt Verlust

Und diese Angst wird ihm bewusst,

Er wird tatsächlich sie verlieren!

Es beisst sich fest ein übler Frust,

Wie könnt er das denn akzeptieren?

 

«Ich will nur dich, was sagst du bloss?»,

Doch durch den Ziegenschaft im Schoss

Fühlt sich die Nymphe arg betrogen,

Denn so ein Schaft ist selten gross

Und wird nicht dick, nur ungebogen,

 

Er dennoch schwört Unendlichkeit,

Er dacht sie wär'n von gleichem Schneid,

Doch er ist anders, könnte weinen,

Will sich verbessern, braucht nur Zeit

Auch er sich will mit ihr vereinen,

 

Sie will es jetzt, stimmt trotzdem zu,

Sie liebt ihn schliesslich ohne Ruh,

Doch lässt ihn fall'n die nächsten Tage,

Beendet jäh das Rendezvous

Und jeder Satz von ihr klingt vage:

 

«Ich glaube nicht, dass das was wird»,

Die Nymphe sagt und sein Herz stirbt,

«Die Kröten sehen's auch verworren.»

Dafür die Freundschaft sie bewirbt,

Das Musizieren, doch ihm dorren

 

Die Lebensfreuden dann daheim,

Er war so glücklich, bleibt allein

Und bricht zusammen unter Tränen,

Die schmerzlich strömen aus Gebein,

Nicht möglich, Schüttelfrost zu zähmen!

 

Es reichte nicht zur Liaison,

Doch wär sie gern sein Kompagnon,

Das weiss er himmelhochzuschätzen,

Denn nach wie vor ist's Hochsaison,

Um ihr Kapitel fortzusetzen,

 

Und immerhin, wenn er mit ihr

Gemütlich über's Grün flaniert,

Vergisst er alle Trauer, Sorgen,

Er glücklich ist, oh welch Pläsier!

Die Sonne scheint an jedem Morgen!

 

Dabei die Mäuse flüstern ihm:

Das Fräulein sei nicht legitim

Und sei ein Feuersalamander,

Sie spiel mit ihm nicht nur minim,

Doch er geniesst das Miteinander,

 

Weil er sie kennt, verteidigt er

Den Honig wie ein Lippenbär,

Sie musizieren und sie schmiegen

Sich aneinander wie im Mär,

Als wär das Ende totgeschwiegen,

 

Sie stanzt ihm Küsse auf den Hals,

Was irritiert, doch schlimmstenfalls

Wird's weiter nichts zu fürchten geben,

Im Angesicht des Freudenschwalls

Verglüht die Angst und er kann leben!

 

Doch möcht er einen Unterbruch,

Er möcht vom Liebeszauberspruch

Ein gutes Stückchen runterkommen,

Sie drückt ihn lang, liebt den Geruch

Und fragt nach Rückkehr wie benommen

 

Und dass er heimkehrt, er verspricht,

Der Faun im abendroten Licht,

Im Forste herbstlich heisser Farben,

Empfindet eine Zuversicht,

Die heilen kann auch Liebesnarben,

 

Doch als er sie zum Weiher bringt,

Im klaren Wasser keiner singt,

Denn jemand hat es abgelassen,

Die Nymphe um die Fassung ringt

Und kann die Frevelstat nicht fassen:

 

«Das muss ein Mensch gewesen sein,

Er sah mich ausserhalb vom Hain

Und will den Jungfernquell verkaufen!»

Sie eingenommen und in Pein

Fühlt sich betrogen und verlaufen,

 

Betrogen durch die Menschenbrut

Erinnert sie das schwache Gut,

Das zwischen seinen Beinen baumelt,

Er will sie trösten, doch entlud

Sich Gram und Angst, weshalb er taumelt,

 

Erinnert ebenfalls, was steht

In seinem Weg, ob sie jetzt geht?

Er bäumt sich auf in ihren Kreisen

Und ballt die Hand wie ein Prolet,

Als hätt er etwas zu beweisen

 

Und Trauerweiden steh'n Spalier

Und mit den Menschen im Visier

Will er zu ihrem Städtchen runter,

Die Nymphe sieht das wilde Tier

Und kein Wäldchen treibt es bunter,

 

Es brennt in seinem Rücken rot

Und dennoch ist, was in ihm loht,

Nicht Feuersbrunst für eine Muse,

Es ist vielmehr die Atemnot,

Die in ihm fordert hohe Busse,

 

Da packt sie mit der Bitte ihn,

Nicht vor der Wut sich hinzuknien

Und keinesfalls zur Stadt zu steigen,

Er sieht: Er würd sich nur verlier'n

Und was würd dann aus ihren Reigen?

 

Er wieder sich der Maid zukehrt,

Als sie den Hals mit Küssen ehrt

Und keine Liebe war je echter,

Er ist verwirrt, bewundernswert,

So rein sind sonst bloss Gottgeschlechter!

 

Er weiss, dass er pausieren kann

Und dass sie wartet, bis ihr Mann

Hat bis zu sich zurückgefunden,

So geht er aus dem dichten Tann

Zurück ins Tale ungebunden,

 

Durchs Unterholz, er tanzt, der Faun,

Durch Buchenwälder, Morgengrau'n

Und über frisch gemähte Matten,

Die Steilgefälle sind der Saum,

Das Tale alsbald sie beschatten

 

Und Vögel zwitschern, Status Quo,

Vom Frühling recht erwartungsfroh

Und er bespielt die Zungentrommel

Zu späten Stunden und es floh

Gen Süden jeder Zwergendommel,

 

Er Lieder schreibt und meditiert

Von Zuversicht euphorisiert

Und wird erneut die Ruhe selber,

Das letzte Blatt, das Bäume ziert,

Am Boden Futter wird für Kälber,

 

Und als die erste Flocke sinkt

Und in den Sonnenstrahlen blinkt,

Die gleichfalls sich in's Tale betten,

Da meldet sich im Faun Instinkt

Und er erhebt sich frei von Ketten

 

Und retourniert zum Weiherried

Im Sündenpfuhl, aus dem er schied,

Um bis zu sich zurückzufinden,

Der Weiher Wasser längst bezieht

Aus Regen, um ihn hier zu binden,

 

Im Spiegel, der von Kröten feist,

Die Nymphe ihn erhascht umkreist

Von still und heimlich fallend Flocken,

«Komm mit, wir tanzen», sagt der Geist,

Er reicht die Hand, doch muss er stocken,

 

Denn hier im nackten Forst die Maid

Mit einem Mal die Zweisamkeit

– Als wär es nicht aus freien Stücken –

In angespannter Luft entzweit

Und der Faune lauscht dem Rücken:

 

«Ich glaube nicht, dass ich das will,

Nein bitte, sei jetzt bitte still!

Ich will mit dir nicht Zeit verbringen!»

Im Faune kreischt es wieder schrill,

Er kann sich keinen Ton entringen,

 

Erst nach dem zweiten Augenblick

Folgt auf den Bruch ein erster Klick

Und er stellt Fragen wie im Schnorren,

Was sie genervt im Keim erstickt:

«Die Kröten sehen's auch verworren!»

 

<Was soll denn das?>, denkt sich der Faun,

<Du wusstest, Hoffnung aufzubau'n,

Nur um sie schliesslich einzureissen?

Und wie du's sagst, wie in 'nem Traum

Erfüllt mit Groll und Schuldzuweisen!>

 

Die Wandlung hart, sodass er glaubt,

Sie wär wer anders, wär beraubt

Von Freiheit, gleich 'ner Flatterhaften

Und gleich 'nem Vöglein, überhaupt

Gereizt, unmöglich zu verkraften!

 

Er kommt sich wie ein Monster vor,

Ein armer Tor, rundum das Moor,

Das grösste Glück ist nun verloschen,

Er fühlt' sich sicher, im d'accord

Willkommensworte ihn verdroschen,

 

Er taumelt durch das weisse Bett

Nur rückwärts und durch Fährten weg

Von Menschenfuss zurückgelassen,

Der Nymphenrücken sehr adrett

Im Schneefall anfängt zu verblassen

 

Und niemand spielt derweil ein Lied,

Weil niemand hier im Tale blieb,

Er ist und immer bleibt alleine,

Er kollabiert und übergibt

Sich zwischen frostbenetzte Steine

 

Und niemand spielt derweil ein Lied,

Sein Herz nicht mehr als Requisit

Für's Liebesspiel der schönen Nymphe,

Da sieht er schluchzend einen Trieb

Und einen zweiten wie zwei Trümpfe, 

 

Die auf den Matten leichenblass

Agieren wie ein Aderlass

Für seine Pein und seine Tränen,

Am Schluss des seinen Melodrams

Erhebt er sich, um sich zu wähnen,

 

Am Anfang eines Frühlings, der

Am Anfang hat es immer schwer,

Um unterm Vlies hervorzubrechen,

Denn Jahreszeiten sind ein Meer,

Das weiterträgt, und Wellen brechen,

 

Es ist nur still, weil er nicht spielt,

Und von der Fluh der Falke fliegt,

Ist vor dem Faun hinweggestochen,

Sodann der Trommler fasziniert

Sieht seine Richtung ungebrochen.

Brontë

 

Kommst du bald nach Hause, Brontë,

Wann kehrst du einmal heim?

Als du unser Haus bewohntest,

War niemals ich allein.

 

Kommst du bald nach Hause, Brontë?

Immer noch verbleibt es still,

Auch wenn es kaum verschonte,

Ich dich doch nicht vergessen will,

 

Denn

 

Aus losen Gründen, immer noch

Macht Ohnmacht stiller, hast du's doch

Nicht schon beendet, als du mich

Mit bös verzehrten Händen hast

Am off'nen Herzen angefasst,

Ich ford're denn, beende was

Du ohne mich begonnen hast!

 

Kommst du nicht nach Hause, Brontë,

Verbleibe ich allein?

Als du unser Haus bewohntest,

War hier auch ich daheim.

 

Kommst du nicht nach Hause, Brontë?

Unterjocht mit Donnerlaut

Auch Sturm den Bau, der thronte,

So hab doch ich auf Sturm gebaut!

 

Wenn

 

Die Böen gipfeln, unterjocht

Dass Tore aus dem meinem Loch

Verschlossen seien, seit du mich

Mit bös verzehrten Händen hast

Am off'nen Herzen angefasst,

Ich ford're denn, beende was

Du ohne mich begonnen hast!


Erben des Wolfes

 

Morgenkindern weiss die Welt zu preisen

Ein licht gespültes Tal, doch ich, ich will verreisen,

Ich habe endlich eine Wahl.

Eure Riffe bindet aneinander

Der unbefahr'ne Schnee, doch ich, ich weiter wander,

Kein Wintersturm die Spur verweh.

Dämmerstunden mögen zu entflammen

Ein kalt geword'nes Herz, doch ich, ich pack zusammen

Die Habe nicht mehr nur im Scherz.

Eure Sonne ist das Land der Weissen,

Ein licht gespültes Tal, doch wir, wir können heissen

Uns selbst die Sterne ohne Zahl!

 

Es ist der Mond die harte Faust dem Sternenkind,

Wisst ihr, wer wir sind?

 

Wir sind... 

[Ohne Umschweife lässt es sich nicht formulieren!]

Wir sind...

[Ob der unbegreiflichen Pflicht auf allen Vieren!]

Wir sind...

[Es wabert aus dem Augenknauf 

Ein gänzlich neuer Lebenslauf!]

Wir sind der Wölfe jüngste Erben!

Der Lupenreinen Gegenfront!, 

Wir mit scharfem Biss und starken Klauen

Den Frühling in die euren weissen Felsen hauen,

Das alte Jahr muss sterben!        

 

Morgen, Kinder, wird es endlich geben

Im licht gespülten Tal kein Ich mehr in den Gräben,

Als Pack wir führen uns'ren Pfahl

Eurer Ordnung in den Mutterbusen,

Wir stechen in die Brust der ichverliebten Musen,

Letztendlich ist es kein Verlust.

Hiermit ziehen wir in blut'ge Fehden

Als wildgeword'nes Tier und ihr, ihr geht an Fäden

Gemäss dem Plan nicht fort von hier.

Ihr mit Normen wollt die Läufe binden,

Doch müsst ihr euch im Saal bei leeren Schemeln finden,

Der Kanon wird zum Henkersmahl!

 

Es ist der Mond die harte Faust dem Sternenkind,

Wisst ihr, wer wir sind?

 

Wir sind... 

[Ohne Umschweife lässt es sich nicht formulieren!]

Wir sind...

[Ob der unbegreiflichen Pflicht auf allen Vieren!]

Wir sind...

[Es wabert aus dem Augenknauf 

Ein gänzlich neuer Lebenslauf!]

Wir sind der Wölfe jüngste Erben!

Der Lupenreinen Gegenfront!, 

Wir mit scharfem Biss und starken Klauen

Den Frühling in die euren weissen Felsen hauen,

Das alte Jahr muss sterben!   

The Children of the Forest 

 

We are the children of the forest,

The age of man means nothing here,

We are the children of the forest,

There's nothing here that children fear,

We shake our girl- and boyish bodies celebrating

Through the forever-blooming youth,

We shake our girl- and boyish bodies celebrating,

We the Sylvans dance and soothe

The otherworldish truth,

 

We are the children of the forest,

There's nothing here that children fear,

We are the children of the forest,

There's nothing here that children fear,

We shake our girl- and boyish bodies celebrating

Through the forever-blooming youth,

Of course it is important that we're celebrating,

We're still young and in our youth

And this remains the truth!

 

We are not lost,

We need no guide,

'Cause every child who's ever left our delve

Has died.

 

We are not lost,

We need no guide,

"No matter the age, celebrate yourself",

You sighed

 

And we cried.